Brian Michael Bendis („Powers“, „Ultimate Spider-Man“, „New Avengers“) und André Lima Araújo („A Righteous Thirst For Vengeance“) haben die Comic-Welt maßgeblich geprägt. Mit ihrem neuen, unabhängigen Creator-Owned-Comic „Phenomena: The Golden City of Eyes“ – dem ersten Band einer geplanten Trilogie – wagen sie sich auf bewährtes Terrain.
Diese originelle YA-Comic-Geschichte folgt dem Jungen Bolden und seinem mächtigen Freund Spike auf einer Erde, die durch ein unerwartetes globales Phänomen für immer verändert wurde. Die Handlung führt durch eine Welt, die unserer ähnelt, doch radikal anders ist. Leser tauchen in ein abenteuerliches Entdeckungsabenteuer ein.
In diesem exklusiven Interview sprechen Bendis und Araújo über die Ursprünge und Inspirationen ihres Projekts, die tiefgründigen Themen, ihre Visionen für junge Leser und mehr.
Die Teile fügten sich zusammen
Wie kam es zur Zusammenarbeit bei „Phenomena“?
Bendis: Als ich auf dem Weg zu DC war, eröffneten sich mir Chancen, Talente wie André anzusprechen: „Hey, was möchtest du machen?“ Andrés Arbeiten deuteten auf Potenzial für DC-Comics hin. Wir arbeiteten an einem Stück in „Legion of Super-Heroes: Millennium“ und später bei „Young Justice“.
Neben seiner idealen Präsenz dachte ich: „Lass uns testen, ob wir harmonieren – mit DC-Seitenraten.“ Es klickte sofort. Ich fragte: „Was ist dein Traum?“ Er präsentierte beeindruckende Entwürfe.
Araújo: Brian war bei DC etabliert – wir hätten „Batman“ oder „Superman“ machen können. Doch ich wollte Creator-Owned. Ich schickte ihm meine Pitches.
Bendis: Sie waren atemberaubend. Sechs oder sieben auf einmal – nein, acht. Ich erkannte: „Du hast eine ganze Welt geschaffen!“ Daraus bauten wir Mythologie und Charaktere auf. Ich warf einfache Ideen ein, und alles fügte sich rasch zusammen. Meine Rolle: Struktur geben und Platz lassen. Das machen wir nun bei Band 2.
Etiketten vermeiden und Phenomena sein eigenes Ding sein lassen
Die Serie spielt nach einem mysteriösen Ereignis, das die Welt blitzschnell verändert. Wie kamen Sie darauf?
Bendis: Vor der Pandemie dachte ich über Fiktion nach, die mich anspricht. Wir vermieden Labels wie Fantasy oder Sci-Fi. „Lass es wachsen.“
Araújo: Brians anfängliche Beschreibung – zwei Zeilen – basierte auf meinen Pitches. Er motivierte mich, zu zeichnen: Einen Jungen, eine Kreatur. Die Welt war visuell fix, bevor die Handlung kam. Kein YA-Buch geplant, doch Brian lenkte zu weniger Gewalt.
Bendis: Eine einzigartige Kollaboration: Andrés Stil fördern, mit klarer Struktur. Viele tolle Werke scheitern an fehlender emotionaler Ankerfigur wie Luke Skywalker. Unsere Quests sind klar und originell.
Die Wahl von Schwarz-Weiß für die Welt der Phenomena
Bendis (Fortsetzung): Statt klischeehafter Eröffnungen: Elegant „Scheiße passierte“. Pandemie half – „Phenomena“ als Granatapfel-Symbol. Es ist eine Trilogie: Wir vertrauen der Leserschaft. Inspiriert von „Avatar: The Last Airbender“. Schwarz-Weiß? Viszerale Wucht, Andrés Stärke.
Araújo: Brian schlug es vor – perfekt. Wollte schon bei „Man Plus“ Schwarz-Weiß, Verlag nein wegen Verkaufszahlen.
Bendis: 90er Schwarz-Weiß-Comics waren mein Brot. Kritik als „unvollständig“? Film-Noir-Pur. Heute lieben Manga, „Bone“, „Sin City“ das.
Etwas Originelles für den YA-Markt finden
Ästhetische Einflüsse von „Phenomena“?
Bendis: Schwarz-Weiß mit europäisch-mangahaften Mix. Anders als Raina Telgemeier oder „Dog Man“. Andrés Stil öffnet junge Lesern Augen.
Araújo: Meine Referenzen: Europa, Japan. US-Markt: Spezialcomics vs. Manga-Bestseller. YA-Publikum akzeptiert Vielfalt.
Bendis: „So präsentieren wir uns – hoffentlich liebt ihr es.“
Die Gesellschaft funktioniert besser, wenn wir alle einander zuhören
Die Rolle von Geschichten in dieser Welt?
Bendis: Realthema: Gesellschaft blüht, wenn wir zuhören. „Deine Geschichte ist dein Wert.“ In Wunderwelten der saftigste Teil – Taten als Währung.
Leser reagieren stark darauf.
Araújo: Historisch: Fremde tauschen Geschichten gegen Unterkunft. Meta: Wir verkaufen Geschichten über Geschichten.
Bendis: Wie Legenden, die verdreht werden – fasziniert mich seit Jahren.
'Miles Morales ist eine Umarmung, die nie in meinem Leben aufhört'
Unterschiede: Etablierte vs. Originalwelten?
Bendis: Shared Universes bieten Love-Fundament, Kollaboration. Miles Morales: Ewige Umarmung. Originale: Rein schöpferisch, riskant – aber erfüllend, wenn Leser mitziehen.
Wenn Sie einen Comic des Creators in die Hand nehmen, sehen Sie die Seele des Künstlers
Creator-Owned Comics?
Araújo: Das Wahre. Kleine Teams reichen. Zeigt Seele nackt.
Bendis: Große IPs fressen alles. Brauchen frische Legenden für Kinder.
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Unadaptierte Figur?
Bendis: Alle! „Torso“ nach 27 Jahren – hoffe auf Umsetzung mit Corin Hardy. „Phenomena“? André als Regisseur? Fantastisch. Botschaft: Macht eures!
„Phenomena“ erhältlich bei großen Buchhändlern.
Dieses Interview wurde der Länge und Klarheit halber redigiert.