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Ist „The Woman King“ wirklich auf einer wahren Geschichte basiert? Unser Faktencheck

Historische Filme sind selten hundertprozentig genau. Der Rolling Stone hat das Queen-Biopic „Bohemian Rhapsody“ auf Genauigkeit geprüft und Ungenauigkeiten wie den fiktiven Plattenmanager oder den Original-Bassisten entdeckt. Popular Mechanics nannte „Braveheart“ trotz seiner Auszeichnungen „einen der ungenauesten historischen Filme aller Zeiten“. Filme wie Quentin Tarantinos „Inglourious Basterds“ oder „Once Upon a Time … in Hollywood“ verändern bewusst Ereignisse wie Hitlers Tod oder die Manson-Morde.

Der Trailer zu „The Woman King“ mit Viola Davis und John Boyega in den Hauptrollen unter der Regie von Gina Prince-Bythewood wirbt mit einer Geschichte „basierend auf mächtigen wahren Begebenheiten“. Der Film erzählt von den Agojie, einer Armee weiblicher Krieger, die im 19. Jahrhundert das Königreich Dahomey – auch bekannt als die Amazonen – beschützten. Wie historisch korrekt ist das?

Die Recherche war extrem herausfordernd

In einem Vanity Fair-Interview berichteten Viola Davis und Gina Prince-Bythewood über ihre intensiven Recherchen. „Es gibt ein Buch über die Agojie, The Amazons of Black Sparta – geschrieben von einem Weißen“, sagte Davis. „Ich musste viel streichen, voller redaktioneller Kommentare wie: ‚Sie sahen aus wie Bestien. Sie waren hässlich. Sie waren männlich.‘ Das musste man filtern.“

Prince-Bythewood ergänzte: „Unser Produktionsdesigner Akin McKenzie – ein unglaublicher Typ – hat alles aus Kolonialisten-Sicht durchforstet und Fakes herausgeschnitten. Er wusste, welche Fotos gefälscht und für die Weltausstellung erstellt wurden. Echte Bilder dieser Frauen sind rar – die meisten sind nachgestellt.“

Laut Smithsonian Magazine gab es Kriegerinnen namens Nanisca und Nawi, wie im Film dargestellt. Doch ihr Leben stimmt nicht überein: Ein Bericht eines französischen Marineoffiziers namens Jean Bayol beschreibt eine Begegnung mit Nanisca. Sie starb jedoch drei Monate später und wurde nie Generalin, wie im Film.

Fans reagieren geteilt auf die Genauigkeit

Trotz der Recherche-Herausforderungen kritisierten Reddit-Nutzer den Film vorab wegen angeblicher Ungenauigkeiten. Im Subreddit r/movies äußerten User Unmut: „Das Königreich Dahomey verkaufte Tausende Afrikaner an Sklavenhändler und opferte eroberte Nachbarn in brutalen Festen“, schrieb u/Coachbelcher. „Darauf wird sich wohl nicht fokussiert.“ u/Guyo92 verglich: „Wie ein Film über Stalin, der Russen rettet – und basierend auf wahren Ereignissen.“

Im Subreddit r/blackladies fielen die Reaktionen anders aus. „Warum müssen Schwarze 100% genaue Historienfilme machen?“, fragte u/shenlyismus und nannte Gegenbeispiele wie „Troy“, „The Hurt Locker“ oder „The King’s Speech“. u/Blackmoon1291: „Das Internet fixiert sich auf Splitter in diesem Film und ignoriert den Baumstamm: Afrikas Geschichte wird vernachlässigt. Ich gehe selten ins Kino, aber diesen verpasse ich nicht.“ Für viele zählt emotionale Wirkung mehr als Perfektion.