Farrah Fawcett wurde weltweit durch ihre ikonische Rolle als Jill Munroe in der ABC-Serie Drei Engel für Charlie bekannt. Sie verstarb am 25. Juni 2009 im Alter von 62 Jahren nach einem dreijährigen Kampf gegen Analkrebs.
Der Inhalt ihres revocable Living Trust – das zentrale Dokument ihres Nachlassplans – sollte eigentlich vertraulich bleiben. Living Trusts bieten diesen Vorteil gegenüber Testamenten, da sie nicht öffentlich einsehbar sind. Dennoch gelangte das Dokument im November 2009 an die Öffentlichkeit, als die Website RadarOnline.com eine Kopie erhielt.
Das 54-seitige Dokument, betitelt „The Third Amendment to and Complete Restatement of the Fawcett Living Trust vom 5. Dezember 1991“, wurde am 9. August 2007 von Farrah Fawcett unterzeichnet.
Kunstwerke von Farrah Fawcett
Alle ihre Kunstwerke vermachte sie der University of Texas at Austin – ein Vermächtnis, das für Kontroversen sorgte.
Die Universität verklagte 2011 Ryan O'Neal, Fawcetts langjährigen Partner und Vater ihres Sohnes Redmond, und warf ihm Diebstahl eines Andy-Warhol-Porträts vor (geschätzter Wert: 12 Millionen US-Dollar). Das Porträt war nach ihrem Tod aus ihrer Los-Angeles-Wohnung verschwunden. Eine Jury urteilte Ende 2013 zu Gunsten von O'Neal und ließ ihn das Werk behalten.
Vermächtnis für ihren Sohn
4,5 Millionen US-Dollar wurden lebenslang für ihren Sohn Redmond treuhänderisch verwaltet. Treuhänder ist der Produzent Richard Francis. Nach Redmonds Tod fällt der Rest an die Farrah Fawcett Foundation.
Francis darf Zinsen viermal jährlich oder monatlich auszahlen – ausschließlich aus den Erträgen, nicht aus dem Kapital. Redmond erhält Anteile am Kapital nur bei gesundheitlichen Notwendigkeiten, nach Francis' Ermessen. Berichte bestätigten damals Redmonds Drogenprobleme, was Fawcetts Vorsicht rechtfertigt. Trotz späterer Vorstrafen (z. B. Messerraub 2018) bleiben die Bedingungen bestehen; nur Zinsen stehen für Kautionen etc. zur Verfügung.
Vermächtnis für ihren Vater
500.000 US-Dollar wurden lebenslang für ihren Vater James Fawcett (verstorben 2010 im Alter von 92 Jahren) angelegt. Treuhänder: Richard Francis. Nach seinem Tod floss der Rest in Redmonds Trust.
Fawcetts Schwester starb 2001, ihre Mutter 2005.
Weitere Vermächtnisse
Persönliche Gegenstände (Schmuck, Kleidung, Möbel, Sammlerstücke – außer Kunst) sowie 500.000 US-Dollar gingen an Neffen Greg Walls. Ex-Partner Gregory Lawrence Lott erhielt 100.000 US-Dollar direkt.
Farrah Fawcett Foundation
Der Rest des Nachlasses ging an die 2007 gegründete private Stiftung, die Forschung und Prävention bei Krebs (insbesondere Analkrebs und Kinderkrebs) fördert. Der genaue Betrag ist unbekannt.
Was lernen wir aus Fawcetts Nachlassplan?
Als Experten für Nachlassplanung sehen wir: Fawcett plante sorgfältig, doch Lücken blieben. Hätte sie O'Neals Anspruch auf das Warhol-Porträt explizit festgehalten, wären Streitigkeiten vermieden worden.
Empfehlung: Dokumentieren Sie Wünsche detailliert – mehr Klarheit ist immer besser. Trusts ermöglichen präzise Bedingungen (z. B. schrittweise Auszahlungen bei Risikobegünstigten). Konsultieren Sie einen Fachanwalt für maßgeschneiderte Formulierungen. Trusts sind anfälliger für Anfechtungen als Testamente, bieten aber Privatsphäre – wie Fawcett es wollte, bis eine undichte Stelle alles offenbarte.