Die Rockband Live entstand 1985 in York, Pennsylvania, als vier Jugendliche – Sänger Ed Kowalczyk, Bassist Patrick Dahlheimer, Schlagzeuger Chad Gracey und Gitarrist Chad Taylor – unter dem Namen Public Affection in ihrer Heimat begannen, aufzutreten. Die Besetzung blieb bis 2011 unverändert, trotz Namensänderungen. Nach der Aufnahme ihres selbstveröffentlichten Debüts „The Death of a Dictionary“ (1989, nur auf Kassette) gewann die Band an Sichtbarkeit und tourte intensiver – doch ein Plattenlabel fehlte noch.
Der Sprung zu einem Label
Anfang der 1990er weckte Live das Interesse von Radioactive Records und unterschrieb dort. Das Debütalbum „Mental Jewelry“ (1991) fängt den intensiven Hardrock-Sound der Band ein, der östliche Philosophie mit unkonventionellen Rhythmen verbindet. Wie bei vielen Debüts fehlte es an Polierung, doch „Operation Spirit (The Tyranny of Tradition)“ chartete im Modern Rock und das Album erreichte schließlich Platin-Status.
Der Weg zum Superstar
Der große Durchbruch kam 1994 mit „Throwing Copper“. Ed Kowalczyks spirituelle Texte wurden zugänglicher, inspiriert von der Energie von Pearl Jam und U2. Das Album dominierte die Charts, lieferte Hits wie „Lightning Crashes“ und „I Alone“ – von sanften Strophen zu explosiven Refrains, typisch für Grunge. Kritiker kritisierten Einflüsse, Fans feierten die Band enthusiastisch.
Trotz Musikwandels populär
Bei „Secret Samadhi“ (1997) wich Grunge Indie, Electronica und Hip-Hop. Dennoch verkaufte es sich in den USA mit rund 2 Millionen Exemplaren stark. Die Band balancierte harte Rocker wie „Lakini's Juice“ mit introspektiven Balladen wie „Turn My Head“.
Rückgang der Charts-Dominanz
„The Distance to Here“ (1999), produziert von Jerry Harrison (ex-Talking Heads), versuchte den „Throwing Copper“-Sound zu reanimieren und erreichte Platin. „The Dolphin’s Cry“ rockte Radios, doch die Tracks wirkten recyclt, ohne frischen Impuls.
Ungewisse Zukunft einer einflussreichen Band
Im 21. Jahrhundert schrumpfte die Fangemeinde. „V“ (2001) floppte kommerziell, „Birds of Pray“ (2003) zeigte leichten Aufschwung, blieb aber hinter „Throwing Copper“ zurück. „Songs From Black Mountain“ (2006) startete international. Die Band beeinflusste Acts wie Breaking Benjamin und Daughtry.
'Live im Paradiso – Amsterdam'
2008 erschien die Live-CD/DVD „Live at the Paradiso – Amsterdam“ mit Hits wie „Selling the Drama“ und „I Alone“.
Neuer Frontmann
2012 kehrte Live ohne Kowalczyk zurück, mit Chris Shinn (ex-Unified Theory) als Sänger. Die Summerland Tour 2013 folgte mit Everclear, Filter und Sponge. 2014 arbeitete die Band am ersten Studioalbum seit 2006.
'The Turn'
Oktober 2014: „The Turn“, produziert von Jerry Harrison, mit Single „The Way Around Is Through“. Die Band tourte 2014/2015.
Reunion
Dezember 2016: Kowalczyk kehrt zurück, Originalbesetzung komplett. Bis März 2017 keine neuen Alben oder Touren, aber Ankündigungen in Arbeit.
Essential-Album
"Awake: The Best of Live"
Trotz Filler auf schwächeren Alben ist diese Hitsammlung die beste Einführung in Lives grüblerischen Hardrock. Sie hebt Stärken hervor, auch wenn nicht alle Hits priorisiert werden.
Diskographie
"The Death of a Dictionary" (1989)
"Mental Jewelry" (1991)
"Throwing Copper" (1994)
"Secret Samadhi" (1997)
"The Distance to Here" (1999)
"V" (2001)
"Birds of Pray" (2003)
"Awake: The Best of Live" (Größte Hits, 2004)
"Songs From Black Mountain" (2006)
"The Turn" (2014)