Mervyn Edward Griffin Jr. (6. Juli 1925 – 12. August 2007) prägte das Fernsehen nachhaltig als Erfinder von Jeopardy! und Glücksrad, zwei der langlebigsten und beliebtesten Quizshows aller Zeiten. Über 20 Jahre moderierte er zudem seine eigene renommierte Talkshow. Bei seinem Tod verfügte er über ein Vermögen von mehr als 1 Milliarde US-Dollar und zählte zu den reichsten Persönlichkeiten der Unterhaltungsbranche.
Kurze Fakten: Merv Griffin
- Vollständiger Name: Mervyn Edward Griffin Jr.
- Beruf: Fernsehmoderator und Unternehmer
- Geboren: 6. Juli 1925 in San Mateo, Kalifornien, USA
- Gestorben: 12. August 2007 in Los Angeles, Kalifornien, USA
- Bildung: Universität von San Francisco
- Top-Shows: Jeopardy!, Glücksrad und The Merv Griffin Show
- Schlüsseleistung: 12 Emmy Awards für The Merv Griffin Show
- Ehepartnerin: Julann Wright
- Kind: Tony Griffin
- Berühmtes Zitat: "Wenn Sie dem Kunden ein Versprechen geben... stellen Sie sicher, dass Sie es halten."
Frühes Leben
Geboren in San Mateo, Kalifornien, als Sohn des Börsenmaklers Mervyn Edward Griffin Sr. und der Hausfrau Rita Elizabeth Griffin, zeigte der junge Mervyn früh Talent für Unterhaltung. Er sang im Kirchenchor und spielte Orgel bei Gottesdiensten, um Geld zu verdienen. 1942 schloss er die San Mateo High School ab.
Während des Zweiten Weltkriegs galt Griffin aufgrund eines Herzgeräusches als untauglich für den Militärdienst (4F-Status). Mit 19 Jahren startete er seine Karriere als Sänger in der landesweit syndizierten Radioshow San Francisco Sketchbook. Als übergewichtiger junger Mann ließ er sich laut Autobiografie von Veranstaltern kaschieren. Entschlossen abgenommen zu haben, verlor er in vier Monaten 80 Pfund.
Sänger und Gameshow-Moderator
In den 1940er Jahren tourte Griffin vier Jahre mit dem Orchester von Bandleader Freddy Martin. 1945 gründete er sein Plattenlabel Panda Records und veröffentlichte Songs By Merv Griffin – das erste Album, das auf Magnetband aufgenommen wurde.
Sein größter Hit als Sänger war 1950 „I’ve Got a Lovely Bunch of Coconuts“ mit Freddy Martin and His Orchestra, das Platz 1 der Charts erreichte und über drei Millionen Mal verkauft wurde. Griffin spielte 1953 neben Kathryn Grayson in So This Is Love, einer Biografie über Grace Moore, gab die Schauspielkarriere aber bald auf.
Seine Gameshow-Laufbahn begann mit Play Your Hunch (Produktion: Mark Goodson und Bill Todman, 1958–1962). Als gefragter Ersatzmoderator sprang er für Bill Cullen bei The Price Is Right und Bud Collyer bei To Tell the Truth ein.
Jeopardy! und Glücksrad
1964 erfand Griffin Jeopardy!, inspiriert von einer Idee seiner Frau Julann: Kandidaten erhalten Antworten und müssen die Fragen stellen. Er verkaufte das Konzept an NBC ohne Pilotfolge. Die Originalversion mit Art Fleming lief 11 Jahre bis 1975 unter dem Arbeitstitel What’s the Question?. Griffin komponierte die ikonische 30-Sekunden-Melodie für „Final Jeopardy!“, die später den Titelsong der Alex-Trebek-Version prägte.
Nach anfänglicher Ablehnung schuf Griffin Wheel of Fortune (basierend auf Hangman). Mit Chuck Woolery startete es erfolgreich tagsüber bis 1991. Die Prime-Time-Version ab 1983 mit Pat Sajak und Vanna White wurde legendär; Griffin steuerte den Titelsong „Changing Keys“ bei.
Die Trebek-Version von Jeopardy! läuft seit 1984 erfolgreich in Syndizierung. Griffin produzierte auch weniger erfolgreiche Formate wie TV-Monopoly oder Ruckus. 1986 verkaufte er Merv Griffin Enterprises für 250 Millionen Dollar an Columbia Pictures – damals Rekord für ein Ein-Mann-Unternehmen.
Talkshow-Moderator
1958 interviewte Griffin spontan Jack Paar bei Play Your Hunch, was dessen Aufmerksamkeit erregte. 1962 als Gastmoderator bei The Tonight Show glänzte er und erhielt eine eigene Tages-Talkshow bei NBC – die jedoch 1963 floppt.
1965 folgte die syndizierte The Merv Griffin Show, die flexibel zeitlich platziert wurde und hohe Quoten erzielte. CBS positionierte sie 1969 als Late-Night-Konkurrentin zu The Tonight Show, doch sie blieb Zweiter. Nach CBS-Ende 1972 lief sie bis 1986 syndiziert. Mit 21 Emmy-Nominierungen und 12 Siegen zählt sie zu den besten.
Griffins Stil ermöglichte tiefe, oft 30-minütige Interviews mit Ikonen wie US-Präsidenten, Judy Garland, Muhammad Ali, Whitney Houston oder Willie Mays. Er gilt als einer der großen Talkmaster.
Privatleben
Griffin war diskret bezüglich Privatleben und Geschäften. Er heiratete 1958 Julann Wright (Scheidung 1973); Sohn Tony kam 1959 zur Welt.
Gerüchte um seine Sexualität begleiteten ihn lebenslang. 2005 scherzte er gegenüber der New York Times: „Ich bin viertelsexuell. Für ein Viertel mache ich mit jedem alles.“
Späteres Leben und Vermächtnis
Neben TV erweiterte Griffin sein Imperium auf Immobilien: 1987 kaufte er das Beverly Hilton für über 100 Millionen Dollar. Resorts International endete hingegen in Pleite.
Spät erwarb er weitere Hotels; sein Vermögen überschritt 1 Milliarde Dollar. „Die Details würden mich um den Schlaf bringen“, sagte er einmal. Nach Prostatakrebs 1996 starb er 2007 im Alter von 82 Jahren daran. Begraben ist er im Westwood Village Memorial Park, Los Angeles.
Quellen
- Griffin, Merv. From Where I Sit: Merv Griffin's Book of People. Laubenhaus, 1982.
- Griffin, Merv und David Bender. Merv: Making the Good Life Last. Simon & Schuster, 2003.