Der Aufstieg des Personal Computers brachte eine Flut neuer Unterhaltungsformen mit sich – allen voran Computerspiele. Schulen rüsteten sich in dieser Zeit mit PCs aus, um den Unterricht zu modernisieren. Doch als Lehrer und Administratoren das Erholungspotenzial erkannten, fielen Verbote über die meisten Spiele her. Einzig "The Oregon Trail" durfte bleiben – ein Klassiker, der sich in die Erinnerung vieler Schüler eingebrannt hat.
Als Bildungsspiel vermittelt "The Oregon Trail" authentisch das harte Pionierleben des 19. Jahrhunderts. Spieler übernehmen 1848 die Rolle eines Wagenführers, starten in Independence, Missouri, mit begrenztem Budget für Vorräte wie Essen, Wagenräder und Ochsen und zielen auf das Willamette Valley in Oregon ab. Die Reise ist voller Gefahren: gebrochene Achsen, reißende Flüsse und der gefürchtete – oft tödliche – Durchfall.
Die erste Version erschien 1971 und wurde ein Riesenerfolg, der unzählige Fortsetzungen und Remakes nach sich zog – zuletzt 2021 für Apple Arcade. Mit über 65 Millionen verkauften Einheiten (via Citypages) gilt die Serie als das erfolgreichste Lernspiel aller Zeiten und Mutter unzähliger Memes.
Angesichts dieses Erfolgs war eine Adaption in andere Medien nur eine Frage der Zeit. Nun ist es so weit: Regisseure Will Speck und Josh Gordon haben die Rechte erworben und planen einen Spielfilm.
Ein Musical aus 'Oregon Trail'? Die unerwartete Wendung
Bei der Promotion ihres Films "Lyle, Lyle, Crocodile" enthüllten Speck und Gordon in einem Collider-Interview: Die Adaption wird ein Musical. Die Idee stammt von den Songwritern Benj Pasek und Justin Paul ("La La Land", "The Greatest Showman", "Dear Evan Hansen"), die eng mit dem Duo an ihrem aktuellen Projekt zusammenarbeiten.
"Sie waren beide total besessen von 'Oregon Trail'", berichtet Speck. "Wir suchten nach Ideen für unser nächstes Musical, sie schlugen es vor – und wir haben die Rechte gesichert. Jetzt bauen wir es mit ihnen und weiteren Talenten auf."
Das Projekt ist in aktiver Entwicklung. Speck, Gordon, Pasek, Paul und die Original-Rechteinhaber arbeiten zusammen und suchen derzeit einen Drehbuchautor. Erst dann soll ein passendes Studio gefunden werden. "Wir wollen ein Zuhause, das es richtig macht", erklärt Gordon. "Rechte sichern, entwickeln, dann Partner finden – das ist unser bewährter kreativer Prozess."