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Die Ursprünge des Plainchant: Vom Gregorianischen Choral zur Moderne

Plainchant, auch Plainsong genannt, ist eine der ältesten Formen der mittelalterlichen Kirchenmusik. Sie umfasst reinen Gesang ohne jegliche instrumentale Begleitung und zeichnet sich durch ihre spirituelle Tiefe aus.

Der Begriff 'Gregorianischer Choral' ist vielen vertraut – sei es aus der Kirchenmusik oder historischen Texten über alte Musikformen. Tatsächlich handelt es sich dabei um eine spezifische Variante des Plainchant, die beide Begriffe werden jedoch oft synonym verwendet.

Christliche Tradition

Der Choral entstand bereits um 100 n. Chr. als einzige erlaubte Musikform in frühchristlichen Kirchen. In der christlichen Überlieferung sollte Musik den Gläubigen für geistliche Reflexion öffnen – daher blieb sie melodisch rein und unbegleitet. Eine einzige Melodie wird durchgehend wiederholt, ohne Harmonien oder Akkorde.

Warum 'Gregorianischer Gesang'?

In den ersten Jahrhunderten existierten vielfältige Choralformen ohne einheitliche Norm. Um 600 n. Chr. ließ Papst Gregor der Große (Papst Gregor I.) diese in einer Sammlung zusammenfassen. Die 'Gregorianischen Gesänge' wurden zu einem Standardbegriff für diese Musiktradition.

Zu den Varianten zählen Gebete, Lesungen, Psalmen, Hymnen, Prosas, Antiphonen, Responsorien, Introitus, Halleluja und mehr.

Musikalische Notation des Plainchant

Im Unterschied zur modernen Fünf-Linien-Notation verwendet der Plainchant vier Linien. Neumen-Symbole weisen Höhe und Silbenbildung an. Frühere Formen sind nicht notiert überliefert.

Plainchant heute

Gregorianische Gesänge erklingen weltweit in römisch-katholischen Kirchen – auf Latein, solo oder choral. Hören Sie die Aufnahmen der Pariser Notre-Dame, um den Klang zu erleben.

Außerhalb der Liturgie erlebt der Choral eine Renaissance. 1994 toppte das Album Chant der Benediktinermönche von Santo Domingo de Silos die Charts: Platz 3 der Billboard 200, 2 Millionen Verkäufe in den USA (doppelte Platin), Auftritte bei The Tonight Show und Good Morning America.

In den 1990er- und 2000er-Jahren blieb Plainchant als entspannende Klassik populär. 2008 erreichte Chant – Music for Paradise der Zisterziensermönche von Stift Heiligenkreuz Platz 7 in UK-Charts, Platz 4 in US-Klassik-Billboard und war Österreichs meistverkauftes Pop-Album.