Als erfahrener Gesangslehrer weiß ich: Eine gute Singhaltung ist essenziell für jeden Sänger. Sie verbessert nicht nur Ihren Klang, sondern fördert auch Ihre Gesundheit. Gelassenheit allein reicht nicht – lernen Sie, Ihren Körper richtig auszurichten und dabei entspannt zu bleiben.
Körper ausrichten
Merken Sie sich vor allem die Ausrichtung: Richten Sie diese Körperteile aufeinander aus:
- Füße bis zu den Knien.
- Knie an den Hüften.
- Hüften zu Schultern.
- Schultern an den Ohren.
Viele Schüler kämpfen damit, die Ohren auf Schulterhöhe zu bringen. Kippen Sie das Kinn leicht nach unten oder verlängern Sie den Hals. Vermeiden Sie unnatürliche Spannungen im Kiefer, Hals oder Zunge – ein leicht eingezeichnetes Kinn hilft dabei.
Becken drehen
Tänzerinnen und Tänzer ziehen oft den Bauch ein, um die Körpermitte auszurichten. Beim Singen ist das kontraproduktiv: Die Bauchmuskeln müssen locker bleiben für tiefe Atmung. Drehen Sie stattdessen das Becken nach vorn, um den Rücken zu strecken und die Knie zu entsperren. Spüren Sie Verspannung im unteren Rücken? Das Becken braucht mehr Rotation. Zu viel Vorwärtskippen verursacht jedoch Spannungen in Oberschenkeln und Gesäß.
Mittenausgleich
Zentrieren Sie Ihr Gleichgewicht zusätzlich. Stellen Sie die Füße schulterbreit hin und verlagern Sie das Gewicht leicht auf die Ballen – oder setzen Sie einen Fuß vor den anderen. Vermeiden Sie Vor- oder Zurücklehnen, das erzeugt unnötige Belastungen.
Brust anheben
Heben Sie die Brust für optimale Zwerchfellatmung. Stellen Sie sich vor, eine Schnur zieht sie zur Decke. Bleiben Sie entspannt! Diese Position stärkt Haltungsmuskeln und erfordert Übung – probieren Sie sie den ganzen Tag.
Schultern runter
Verspannte Schultern sind Alltag in unserer Kultur. Richten Sie den Körper aus, aber entspannen Sie die Schultern bewusst – weg von den Ohren. Lassen Sie die Arme neutral hängen. Für Anfänger: Singen Sie in dieser Position, wie es viele Chöre verlangen. Neutralität schützt vor Spannung.
Entspannen Sie sich
Ein starrer Körper ist ungesund. Der Wechsel zu guter Haltung braucht Zeit und kann anfangs unangenehm sein. Hören Sie auf Signale Ihres Körpers – bei Schmerzen anpassen, besonders bei Rückenschmerzen oder Nackenproblemen.


Merksatz für die Singhaltung: S.H.R.E.C.
Das Akronym S.H.R.E.C. fasst alles knackig zusammen:
S. - Schultern runter und mit Hüften ausrichten für eine gerade Linie.
H. - Hüften mit Knien und Füßen ausgerichtet.
R. - Becken drehen, Knie entriegelt.
E. - Ohren an Schultern (oder verlängertem Hals).
C. - Brust hoch.