Sir Laurence Olivier (22. Mai 1907 – 11. Juli 1989) zählt zu den größten britischen Schauspielern des 20. Jahrhunderts. Als gefeierter Interpret Shakespeares brillierte er auf Bühne und Leinwand gleichermaßen und führte Regie in ikonischen Adaptionen. Sein Film Hamlet von 1948 war die erste nicht-amerikanische Produktion, die den Oscar für den besten Film gewann.
Kurze Fakten: Sir Laurence Olivier
- Geboren: 22. Mai 1907 in Dorking, Surrey, England
- Gestorben: 11. Juli 1989 in Steyning, West Sussex, England
- Beruf: Schauspieler, Regisseur
- Ehepartner: Jill Esmond, Vivien Leigh, Joan Plowright
- Kinder: Tarquin, Julie Kate, Tamsin, Richard
- Ausgewählte Filme: Wuthering Heights (1939), Hamlet (1948), Sleuth (1972)
- Schlüsseleistungen: Britischer Ritterschlag (1947), Oscar für den besten Schauspieler für Hamlet (1948) und Lifetime Achievement Academy Award (1979)
- Berühmtes Zitat: „Ich sehe das Leben einfach: Augen auf und weitermachen.“
Frühes Leben und Karriere
In Dorking, Surrey, als Sohn eines anglikanischen Priesters geboren, zeigte Sir Laurence Olivier früh sein Talent. Mit neun Jahren bestand er 1916 ein Gesangsvorspiel und trat der Chorschule der All Saints Church in London bei. Sein Auftritt in Shakespeares Julius Caesar beeindruckte die Legende Ellen Terry.


Nach Erfolgen in Schulproduktionen ermutigte sein Vater ihn zur professionellen Schauspielerei. 1926 gesellte er sich zur Birmingham Repertory Company. 1930 drehte er Filme in Berlin und erzielte seinen West-End-Durchbruch in Noel Cowards Private Lives, gefolgt von Broadway 1931.


Englischer Bühnenstar
Nach enttäuschenden Hollywood-Versuchen in den 1930er Jahren kehrte Olivier nach England zurück und trat 1936 der Old Vic bei – unter Kollegen wie Edith Evans und Alec Guinness. 1937 gastierte die Truppe mit Hamlet in Helsingør, was eine Tradition begründete.
Die Old Vic überstand den Zweiten Weltkrieg durch Tourneen. Olivier wurde 1944 Co-Direktor; seine Richard III.-Performance gilt als Höhepunkt. 1945 spielten sie für alliierte Truppen in Deutschland. 1949 verließ er erschöpft die Truppe.


In den 1950ern balancierte er Shakespeare mit Modernem, brillierte 1957 in The Entertainer (Oscar-Nominierung 1960). 1963 gründete er das National Theatre, inszenierte Hamlet mit Peter O'Toole und triumphierte 1964 als Othello.
Hollywood-Erfolg
Frühe Filme floppten, doch 1939 brachte Wuthering Heights den Durchbruch und erste Oscar-Nominierung. 1940 folgte Rebecca. Im Krieg drehte er propagandistische Werke; Henry V. (1944) begeisterte.


1948 revolutionierte sein Hamlet das Kino: Oscar für Film und Schauspieler. Weitere Shakespeare-Filme wie Richard III. (1954) und Othello (1965) folgten mit Nominierungen.
Spätere Karriere
Spätkarriere-Highlights: Sleuth (1972) mit Michael Caine, Marathon Man (1976). Trotz Krankheit arbeitete er bis ins Fernsehen, gewann Emmys und erhielt 1978 eine Oscar-Nominierung für The Boys from Brazil.


Hochzeit mit Vivien Leigh
1936 begann seine Affäre mit Vivien Leigh; 1940 heirateten sie nach Scheidungen. Tourneen und Leighs Affäre mit Peter Finch belasteten die Ehe. 1960 scheideten sie; Olivier heiratete 1961 Joan Plowright.




Vermächtnis
Olivier prägte Shakespeare-Interpretationen und Theatergeschichte neben Gielgud und Richardson. Mit zehn Oscar-Nominierungen und Ehren-Oscar 1979 bleibt er eine Ikone.
Quellen
- Coleman, Terry. Olivier. Henry Holt, 2006.
- Ziegler, Philip. Olivier. MacLehose Press, 2014.