DeuAq.com >> Leben >  >> Unterhaltung

Nirvana: Die umfassende Biografie und Bandprofil

Nirvana revolutionierte die Rockmusiklandschaft in nur wenigen Jahren. Am Anfang jedoch kämpfte die Band um eine stabile Besetzung und einen passenden Namen. 1985 lernten Gitarrist und Sänger Kurt Cobain und Bassist Krist Novoselic in Aberdeen, Washington, kennen. Ihre gemeinsame Leidenschaft für die Punk-Metal-Band The Melvins verband sie sofort. In den folgenden Jahren probierten sie mehrere Schlagzeuger aus, bis Chad Channing dabei war. Bandnamen wie Stiff Woodies, Pen Cap Chew oder Skid Row fielen schließlich zugunsten von Nirvana ab.

Ein vielversprechendes Debütalbum

Nach Demos 1988 schloss Nirvana einen Vertrag mit dem Seattle-Label Sub Pop ab. 1989 erschien das erste Album Bleach. Mit rund 35.000 verkauften Exemplaren legte es den Grundstein für Cobains Stil: wuchtige, fesselnde Songs über gesellschaftliche Außenseiter. Stark von Hard Rock und Metal geprägt, fehlten Pop-Hooks wie bei späteren Werken – bis auf 'About a Girl', das Cobains Talent für beatlesque Popsongs offenbarte.

Neues Jahrzehnt, neuer Drummer

In den 90ern reifte Cobains Songwriting weiter. Chad Channing verließ die Band, Dave Grohl, Ex-Schlagzeuger von Scream, rückte nach. Bleach hatte Anerkennung von Bands wie Sonic Youth gefunden, Demos lockten Major-Labels. Nirvana wechselte zu DGC Records und nahm mit Grohl Nevermind auf. Superstar-Status? Damals undenkbar – doch er nahte.

Durchbruch in den Mainstream

Nevermind erschien im September 1991, wurde nicht sofort zum Hit, doch die Single 'Smells Like Teen Spirit' katapultierte es im Januar 1992 an die Chartspitze. In Zeiten von Pop und Hair Metal signalisierte es einen Kulturschub: dringliche, intensive Musik mit introspektiven, oft bissigen Texten. Vier Singles machten aus der Kleinstadtband aus Washington globale Superstars.

Kampf mit Drogenabhängigkeit

Trotz Ruhm und Verkaufserfolgen litt Cobain unter einer Heroinsucht, die vor Nevermind begann. 1993 nahm Nirvana In Utero auf – roh und stachelig, weniger zugänglich, doch mit starken Hooks jenseits der Aggression. Es schreckte Casual-Fans ab, war aber Kritikerliebling und Verkaufserfolg.

Akustisch und intim

Ende 1993 folgte Nirvanas MTV Unplugged: Cobain mied Hits, wählte Albumtracks und Covers von Helden wie David Bowie und Leadbelly. Die traurigen Versionen unterstrichen seine düstere Weltsicht. Das Special, später als Album veröffentlicht, wirkte prophetisch.

Tragisches Ende

Am 8. April 1994 fand man Cobains Leiche in seinem Seattle-Haus: Selbstmord durch Schusswaffe. Nicht sein erster Versuch, doch ein Schock für Fans weltweit.

Vermächtnis

Nirvana löste sich auf, doch Hits dominieren Rockradio. Grohl, Novoselic und Courtney Love (Hole) veröffentlichten Lives, Compilations, Greatest Hits und Box-Sets. Novoselic spielte in Bands, Grohl gründete Foo Fighters.

Nirvana-Mitglieder

Kurt Cobain – Gitarre, Gesang
Dave Grohl – Schlagzeug
Krist Novoselic – Bass

Essentielles Album

Nevermind
Nach Nevermind zweifelte Cobain an der Integrität seiner wütenden Songs, verpackt in eingängige Melodien. Doch mit Produzent Butch Vig explodierten die Riffs. Selten klang Misanthropie so universell befreiend.

Diskographie

Bleach (1989)
Nevermind (1991)
Incesticide (1992)
In Utero (1993)
MTV Unplugged in New York (Live, 1994)
From the Muddy Banks of the Wishkah (Live, 1996)
Nirvana (Greatest Hits, 2002)
With the Lights Out (Box-Set, 2004)
Sliver: The Best of the Box (2005)