Comics erscheinen monatlich, sodass jede Ausgabe nur im Veröffentlichungsmonat als Neuerscheinung gilt. Danach spricht man von einem „Back Issue“ – also allen Comics vor der aktuellen Ausgabe. Sobald die neueste Nummer eintrifft, wird die Vormonatsausgabe bereits als ältere Ausgabe betrachtet.
Warum ältere Ausgaben in der Comic-Branche so wichtig sind
Im Gegensatz zur Zeitschriftenbranche, wo alte Ausgaben oft vernichtet, die Cover abgerissen und gegen Gutschriften zurückgesendet werden, funktioniert das bei Comics anders. Hier hilft das System der Rückgabe, um Überbestände zu vermeiden und Verkäufer vor Verlusten zu schützen.
Stattdessen hat sich der Direktmarkt durchgesetzt: Comic-Läden können unverkaufte Ware nicht zurückgeben. Das wirkt sich direkt auf die Gewinnmarge aus, da sie für Lagerkosten aufkommen müssen. Obwohl Comics kompakt sind, können monatliche Neuerscheinungen schnell viel Platz beanspruchen.
Branchen, die aus Back Issues entstanden sind
Viele Händler haben aus dieser Herausforderung neue Geschäftsfelder geschaffen. Einige lagern Back Issues sorgfältig ein – sortiert nach Reihen –, damit Fans back-issue-freundliche Serien nachholen können. Manche Ausgaben steigen im Wert, doch das investierte Kapital ist bis zum Verkauf gebunden. Fehlbestellungen haben schon so manchen Laden in Schwierigkeiten gebracht, beladen mit unverkauften Stapeln.
Andere räumen durch jährliche Ausverkäufe mit Rabatten auf, verkaufen online via eBay oder minimieren Bestellmengen. Manche Ausgaben stauben jahrelang im Regal, bis sie gekauft werden. Versanddienste erlauben Nachbestellungen. Mit dem Boom von Sammlungen als „Trades“ (gebundene Sammelbände) schrumpft der Markt für Einzelissues – doch Fans wollen oft Lücken schließen.
Der Reiz von Back Issues: Bei Einstieg in eine Serie gibt es immer Vorlauf-Ausgaben zum Vervollständigen. Ob geliebt oder gehasst – solange der Direktmarkt existiert, bleiben ältere Ausgaben ein fester Bestandteil des Comic-Sammelns.