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Die verborgenen Botschaften in den Pandemie-Zeichnungen meiner Kinder – Ein Vaters Perspektive

Als ich aufwuchs, durften wir Kinder unsere Zeichnungen nicht an die Wände kleben. Die Wände waren reserviert für gerahmte Schulfotos, Kaufhaus-Kunst und katholische Symbole wie ein Kruzifix oder ein Porträt von JFK.

Einmal, mit sechs Jahren, malte ich das Memorial Coliseum auf Metzgerpapier und hängte es wie ein Banner in die Garage – unseren Basketballplatz, wo ich unzählige Siege für die Portland Trail Blazers errang. Doch ich buchstabierte es als „Memral Colsum“. Mein zehn Jahre älterer Bruder Tom lachte sich kaputt und machte sich stundenlang lustig darüber.

Diese Geschichte stammt von einem Väterlichen Leser. Die darin geäußerten Meinungen spiegeln nicht zwangsläufig die von Fatherly wider. Dass wir sie veröffentlichen, zeigt jedoch: Sie ist lesenswert und bereichernd.

Bei meinen sechs- und vierjährigen Söhnen, die fast ein Jahr lang größtenteils zu Hause waren, sind die Wände keine Stützen mehr, sondern eine Galerie ihrer Kreationen. Meist auf weißem Kopierpapier mit bunter Stiftmalerei. Nur die wichtigsten Werke kommen an die Wand – sie erzählen von Hobbys, Interessen und Ängsten. Mit der Zeit werden sie durch Neuankömmlinge ersetzt und erzeugen so eine wandelnde Zeitkapsel ihres Lebens.

Nachts, wenn das Haus still ist, offenbart sich durch die Zimmer eine Momentaufnahme ihrer Welt.

Eine klare Entwicklung zeigt sich: Schilder dominieren die Zeichnungen. Vereinzelte Apfelbäume im Esszimmer, doch überall Anweisungen, Beschriftungen, Ankündigungen. Meine Jungs haben plötzlich viel zu verkünden.

Trotz wenig Autofahrten kleben Straßenschilder: Grüne, gelbe, rote Ampeln vor der Küche, Geschwindigkeitslimits in vier Räumen. Am Wohnzimmer-Eingang zwei identische Warnungen: „Bitte nicht betreten – es ist nicht sicher, hier hineinzugehen!“ Relikt einer imaginären Flut, Hommage an die ersten lesbaren Worte des Vierjährigen. Die Originale: „Don’t enter – it is not saf to goin sid hyr!“ Ich lächle – heute feiern wir kreative Schreibweisen. Sogar Onkel Tom wäre stolz.

An ihrer Schlafzimmertür: „Ninja-Ort, an dem Ninjas in Ausbildung kommen, um zu trainieren, um ein echter Ninja zu sein.“ Ninjas prägen ihre Fantasie. Sie klettern und schwingen – unser Haus ist seit COVID ihr Abenteuerpark. Der Sechsjährige Sam übt Schleichen; für mich trainiert er zum Teenager. Ich genieße jeden Moment.

Doch nicht alle Ninjas sind Helden. Sie erfanden böse Ninjas, die Chaos anrichten. An der Haustür: „Hey Ninjas! Wenn Sie hineingehen, werden Sie wahrscheinlich eingeschlossen. Betreten verboten! Aber wenn Sie gefangen werden wollen, treten Sie ein. Viel Spaß woanders.“ Ninja-Fallen überall – und sie kennen noch nicht mal Kevin allein zu Haus. Im Gegensatz zu mir als Kind zeigen sie Initiative mit Schilden und Fallen. Der Virus ist realer als jeder Boogeyman.

Über einem Esszimmer-Regal: „Bibliothek, in der Sams Bücher veröffentlicht werden“ mit Pfeil zu Piraten (Bücher 1-9), Fakten über Vulkane und Fakten über Ninjas. Gegenüber: „Sam’s Library About 8 Feet Away From Here“ (Sams Librare ubawt 8 Fet uwa frym her).

Weitere Ankündigungen: „In dem Raum mit Etagenbetten wird es eine Festung geben.“ Oder „Holen Sie sich hier Ihre Tickets à.“ Erinnerungen für mich: „Erzähle die Dawn Redwood Story.“ Aus einer Gute-Nacht-Geschichte wurde ein 27-Kapitel-Epos.

Neben den Etagenbetten eine Nachricht von Sam an Lucas: „Lieber Lucas, ich liebe dich unendlich für immer.“ Ein Zeichen ihrer Pandemie-Nähe, das hoffentlich bleibt.

Ich bin dankbar, dass wir die Tradition brachen und ihre Wände bemalen ließen. Es ist eine neue Art, sie zu hören. Die Wände erzählen nicht nur ihre Geschichte, sondern senden uns eine Botschaft inmitten unserer Ängste: Uns geht es gut.

Sean Herington Smith ist Vater von zwei Söhnen und lebt in Berkeley, Kalifornien. Wenn er nicht Feuerwehrmann spielt, leitet er die Reputationspraxis bei Porter Novelli.